Mit meiner Arbeit über den Kometen
153P/Ikeya-Zhang, den ich im Jahr 2002 auf der
Schulsternwarte der Kantonsschule Heerbrugg beobachtete,
durfte ich am Europäischen Wettbewerb für Jungforscher
in Dublin vom 25. bis 29. September 2004 teilnehmen. Schon
einige Wochen vor dem Flug nach Dublin war ich sehr
aufgeregt, da ich noch nie zuvor mit einer Linienmaschine
geflogen bin. Freundlicherweise erhielt ich dann einen
Fensterplatz, den ich während dem Flug richtig ausnutzte
um zahlreiche Fotos von der Umgebung und den Wolken zu
schiessen. Und tatsächlich hatte ich riesiges Glück.
Auf dem Hinflug sah ich einen kreisförmigen Regenbogen,
denn ich dann gleich aufs Bild brachte.
Der Flug dauerte etwa 2 Stunden und kurz
nach der Landung hatte wir dann unsere wertvolle Fracht
(unsere Poster für die Ausstellung) wieder in den
Händen. Wir wurden in Dublin sehr herzlich begrüsst und
mit einem der speziell für diesen Wettbewerb bemalten,
doppelstöckigen Bus abgeholt und ins Hotel gebracht.
Während dieser Fahrt wurde mir klar, dass ich mich wohl
lange nicht an "Links-Verkehr" gewöhnen werde.
Denn es war für mich ein Schock, als der Busfahrer links
in einen Kreisel einbog.
Kurze Zeit später stellten wir unsere
Stände auf. Dabei bemerkte ich schnell, dass die
vorgegebenen Längen nicht ganz stimmten, so dass ich
etwas improvisieren musste. Das Problem war dann aber
schnell wieder im Griff und mein Stand war fertig für
die Ausstellung.
Als
nächstes Standen die Vorbereitungen für den Abend auf
dem Programm. Allerdings wurden wir unplanmässig
abgefangen und in ?-Fahrzeuge verfrachtet. Unsere
Begleiterin von Schweizer Jugend forscht, Frau Nana
Pernod, konnte es kaum glauben. Mehrmals fragte Sie
ungläubig, ob wir mit diesen Fahrzeugen tatsächlich ins
Wasser gehen würden. Alles flehen half nichts, denn bald
startete die Führung durch Dublin auf Land und
tatsächlich auch auf Wasser. Dies war ein einmaliges
Erlebnis.
Am nächsten Tag öffnete dann die
Ausstellung und die Jury-Interviews begannen. Bis zum
Schluss der Woche besuchten etwa sechs Jury-Mitglieder
meinen Stand. Alle waren sehr freundlich und
interessiert. Einige hatte schon am Anfang explizite
Fragen, jedoch andere sagten, ich solle einfach anfangen
zu erzählen. Die Atmosphäre war einfach toll,
überhaupt nicht wie bei einem Wettbewerb, sondern eher
wie bei einem normalen Gespräch unter Kollegen. Es gab
überhaupt keinen Grund, nervös zu sein.

Die Schweiz bekam einen tollen Stand in der
Nähe vom Eingang zugewiesen, so dass viele Besucher der
Ausstellung am Anfang zu unseren Ständen kamen. Ich war
sehr erstaunt über das grosse Interesse der Bevölkerung
an unseren Arbeiten. Auch sehr viele Schulen besuchten
die Austellung. Meine Flyer gingen weg wie warme Semmeln.
Die ganze Woche durch hatten wir ein
ziemlich volles Programm bis spät am Abend. Von einer
Diskussionsrunde über die Klimaerwärmung, einer
Führung durch das Conway Institut (Zentrum für
biologische Forschum), einer Exkursion bei Intel, bis hin
zu einem Nobelessen mit Musik am letzten Tag im
Fitzpatrick Hotel.
Am letzten Tag war es dann soweit, wir
fuhren mit Polizeieskorte zur Siegerehrung. Für meine
Arbeit über den Komten erhielt ich einen "special
donated prize". Von der ESO in München gesponstert
gewann ich eine Woche Aufenthalt in den ESO Einrichtungen
in Chile (Flug, Verpflegung, Übernachtung inklusive).
Ich kann dann das la Silla Observatorium, das VLT
Observatorium in Cerro Paranal und das ESO Zentrum in
Santiago besichtigen. Es war für mich schon immer ein
Traum, einmal nach Chile zu fliegen, um diese riesigen
Teleskopen zu sehen. Mein Traum wird nun bald in
Erfüllung gehen und darüber freue ich mich riesig.
An dieser Stelle bedanke ich mich nochmals
ganz herzlich bei Schweizer Jugend forscht, dass ich an
dem EU Contest in Dublin teilnehmen durfte und bei allen,
die mich bei meiner Untersützten und mir diesen Preis
ermöglichten. Vielen herzlichen Dank!
geschrieben von
Barbara Burtscher
|