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Nobelpreisträgertagung; von Halbleiter-Quantenstrukturen bis hin zu Röntgenstrahlen

  

Abbildung: (von oben links nach unten rechts) David Schinkel (DJf), Barbara Burtscher (SJf), Peter Maurer (SJf), Prof. Masatoshi Koshiba

Vom 27. Juni bis 2. Juli 2004 fand die 54. Nobelpreisträgertagung (18. Tagung der Physik) in Lindau statt. 18 Nobelpreisträger hielten sehr interessante Vorträge und beantworteten viele Fragen der Studenten. Dank Schweizer Jugend forscht konnten wir (Peter Maurer und ich) bei dieser Tagung teilnehmen.

Nach einigen Wochen gespannten Wartens war es dann soweit. Am Sonntag in Lindau angekommen holte ich mir die Unterlagen im Tagungsbüro in der Inselhalle ab. Zugleich erhielt ich ein Namensschild, einen Studentenausweis (Wert 500 Euro!), den ich immer vorweisen musste um in den Saal zu gelangen und ein Billet für die Schiffsfahrt am Freitag zur Insel Mainau. Zusammen mit Solveig Pospiech vom Experimentierlabor für junge Leute (XLAB) teilte ich ein sehr schönes Zimmer in einer Privatunterkunft. Unter der Woche hatte ich noch einige interessante Diskussionen mit ihr und auch mit vielen anderen Studenten verschiedenster Nationen. Dieses Treffen hat sich besonders wegen diesen neuen Kontakten zu tollen Menschen mit gleichen Interessen gelohnt.


Beim geselligen Abend mit Büffet und Tanz konnte man am besten neue Leute kennen lernen. Vor dem Beginn des Tanzes wurde per Zufall ein Tanzpartner für jede bestimmt, indem sich alle Damen links und alle Herren rechts von der Bühne besammeln durften und dann hintereinander auf die Bühne gebeten wurden. Ich bekam einen sehr netten Tanzpartner, mit dem ich mich dann noch lange unterhalten habe, wobei ich bemerken muss, dass ich überhaupt nicht tanzen kann.

Die Tage waren ausgefüllt mit interessanten Vorträgen, Podiumsdiskussionen über „Astrophysik“ und „Grundlagenorientierte und angewandte Physik“, wissenschaftlichen Diskussionen von Nobelpreisträgern und Studierenden und einem überaus faszinierenden Rahmenprogramm. Es bestand nicht nur aus Tanz am Montag, sondern auch aus einem Konzert im Stadttheater mit dem UBS Verbier Festival Orchestra und einem Schiffsausflug zur Insel Mainau. Das Konzert war sehr schön, ich hatte bis dahin noch nie ein klassisches Konzert besucht. Dieses Orchester harmonierte wunderschön zusammen, so dass ich das Konzert sehr geniessen konnte.


Morgens standen wir immer früh auf, so dass wir ziemlich als erste in der Inselhalle waren und in der zweiten Reihe sitzen konnten, um eine tolle Aussicht direkt auf die Nobelpreis-träger zu haben und ihre Vorträge gut mit zu verfolgen.
Am Mittwoch wurden wir dann noch von einer Reporterin der Lindauer Tageszeitung interviewt, da sie eigentlich nur den Deutschen Jugend forscht Preisträger David Schinkel fotografieren wollte und dann aber dachte, mit mehrere Personen auf dem Bild käme das Foto besser zur Geltung. Somit erschienen David, Peter und ich am nächsten Tag in der Tageszeitung.

Prof. Martinus Veltman hielt am Donnerstag seinen Vortrag über „die Entwicklung der Teilchenphysik“. Prof. Veltman hat mich besonders begeistert wegen seinen Antworten während der wissenschaftlichen Diskussion am Nachmittag. Auf eine Frage über die String-Theorie antwortete er, dass er sich nicht wirklich für die String-Theorie interessiere und sich darum nie mit ihr beschäftigt habe. Zusätzlich erzählte er danach von Albert Einstein, dass er nach seiner Entdeckung der Relativitätstheorie keine weiteren wichtigen Entdeckungen hatte, weil er sich zu sehr mit der Schönheit einer mathematischen Formel beschäftigt habe, dies habe Albert selbst gesagt, und darum habe er dann keine neuen physikalisch wichtigen Errungenschaften mehr erbracht.
Veltman ergänzte seine Antwort mit den Worten; „Gehe nicht mit der Menge mit und mache String-Theorie nur weil sich gerade viele damit beschäftigen, mache es wenn es dir Spass macht und sonst lass es. Finde deinen eigenen Platz wo du arbeiten möchtest und versuche eine unabhängige Person zu sein“.

Die Woche ging so langsam dem Ende entgegen mit der Schiffsfahrt auf die Insel Mainau. Zuerst regnete es in Strömen, doch nach und nach besserte sich das Wetter und wir konnten die Führung um die Blumeninsel so richtig geniessen. Nach der Abschiedsrede von Gräfin Sonja Bernadotte waren wir (SJf, DJf und XLAP) zum Essen mit den Nobelpreisträgern im Schloss eingeladen, wobei wir von Schweizer Jugend forscht schon bei der Begrüssungsrede von ihr extra erwähnt wurden.
Bei der Rückfahrt nach Lindau hatte ich ein langes Gespräch mit Prof. Veltman über die Diskussion am Vortag. Von ihm und einigen anderen Nobelpreisträgern sammelte ich mir dann noch als Erinnerung Unterschriften auf die Rückseite meines „Certificate of Attendance“.
Diese Woche wird mir bestimmt immer in Erinnerung bleiben, sie war einfach toll, darum geht an dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön an Schweizer Jugend forscht , die uns diese Woche ermöglichten.



Artikel geschrieben von Barbara Burtscher
 

 

(einige Bilder vom Nobelpreisträgertreffen findet man unter; Fotos )

 
   

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